Laetitia Barnick und Jörg Plogstedt besuchen GUERNICA-Replik am Heimgarten

Laetitia Barnick und Replik GUERNICA

Laetitia Barnick und ihre Replik von GUERNICA

Seit 2012 die Künstlerin Laetitia Barnick ihre Replik des Bildes GUERNICA von Pablo Picasso der Gemeinschaftsschule am Heimgarten übergab, haben die Schüler der Klassenstufen 7- 9 und der DAZ- Klassen das abstrakte Werk, das die Schrecken des Krieges in Grautönen verdichtet, mit eigenen Entwürfen von einer besseren Welt umgeben.

So entstand ein Triptychon, das GUERNICA im Zentrum mit den Gegenentwürfen einer prospektiv besseren Welt einrahmt: Was hier abgebildet ist, soll in seiner farbigen Lebendigkeit erhalten bleiben.

Bildbetrachtung am Fluss der Zeit

Am Fluss der Zeit

Diese Idee, durch die Farbwahl Stellung zu beziehen im Sinne des UNESCO-Projektschulmottos „Schau’ hin- Misch’ dich ein!“, führte zum „Fluss der Zeit“, einem über dreißig Meter langen Kunstprojekt, an dem zahlreiche Klassen beteiligt waren.

Nachdem die Kunstkurse Kirsten Preuschofts den mäandernden Fluss gestaltet hatten, suchten achtzehn Monate lang- und wahrscheinlich noch in der Zukunft- Klassen der Stufen sieben und neun nach Motiven, die Meilensteine der Entwicklung der Menschheitsgeschichte markieren und somit Welterbestätten sind oder sein sollten.

Es galt, die Farbregie der GUERNICA-Wandseite aufzunehmen und zu entscheiden, ob das Ereignis, das das entsprechende Motiv hervorgebracht oder bewirkt hatte, die menschliche Entwicklung vorangebracht oder gestört hat.

Die Schüler werden hierdurch in die Situation Picassos versetzt, der sein ursprünglich für die Weltausstellung geplantes Bild „Maler und Modell“ verwarf und angesichts der Verwüstung des den Basken heiligen Dorfes Gernica im Jahr 1937, mit der deutsche und italienische Fliegerstaffeln den Einmarsch der spanischen Armee vorbereitet hatten, feststellte,

dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann“.

Jörg Plogstedt, Thomas Gehrke, Andreas Bauer

Jörg Plogstedt, Thomas Gehrke, Andreas Bauer

Laetitia Barnick und Jörg Plogstedt, die ein öffentliches Atelier in der kleinen Künstlerkolonie im ehemaligen Zisterzienserkloster Schloss Salem (http://www.salem.de/kloster-schloss/) betreiben, unterhielten sich mit Schülern der DAZ-Klassen 1c und 2, Frau Orosz und Herrn Bauer über die beeindruckende Arbeit des DAZ-Zentrums am Heimgarten. Ein Mädchen hatte Bilder von ihrer Flucht gemalt, die das Künstlerpaar sehr berührten.

Anschließend erläuterten sie den Klassen 7, 9d und DAZ2 die Entstehung des Originals und der Replik GUERNICA, ergänzt durch Herrn Gehrke, Herrn Reiber und Frau Peters, die die weitere Entwicklung des Malprojekts beschrieben.

Jürgen Reiber mit DAZ-Schüler

Jürgen Reiber mit Schüler, der aus dem Russischen übersetzt

Ein Schüler der DAZ-Klasse 2 konnte für die Zuhörer Jurij Gagarins Spruch „Ich bin in den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen“ spontan vom Russischen ins Deutsche übersetzen. Wie gut, Schüler aus aller Welt im Haus zu haben.

 

Aktualisiert am 12. April 2016