Besuch in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

01 - Jahrgang 9 vor dem Eingang der KZ-Gedenkstätte NeuengammeIm Voraus:
Es fällt mir schwer, über dieses Thema zu schreiben, da ich nicht verstehen kann, wie man Menschen so etwas antun konnte.
Ich habe selten Probleme bei Themen über die ich schreibe, aber beim Thema KZ wird es dann doch schwierig.

Zum KZ:
Das KZ – Neuengamme hatte insgesamt 86 Außenlager.
Dieses KZ war kein Vernichtungs-, sondern ein Arbeitslager, in dem die Menschen sich buchtäblich zu Tode arbeiten mussten.
Auf dem Grundstück stehen noch ein paar Gebäude wie zum Beispiel: Die ehemaligen Unterkünfte, die Fabrik und noch ein paar mehr.
In diesem KZ waren über 100.000 Menschen. Davon starben mehr 50.000 Menschen, darunter 13.000 Juden.

Der Besuch:
Zu Besuch in der KZ-Gedenkstätte waren die Klassen 9b, 9c, 9d und 9flex am 23. Juni 2017.
Als wir am KZ ankamen, konnte man sofort eins der alten KZ-Gebäude sehen. Neben einem Weg waren mehrere quaderförmige Steinhaufen, die kennzeichnen sollten, dass dort mal Holz-Baracken gestanden hatten.
Die erste Station unserer Besichtigung war dann auch ein Gebäude in dem früher die Häftlinge (so wurden die Menschen im KZ genannt) untergebracht waren.
Da das Gebäude schon renoviert wurde und jetzt ein Museum ist, konnte man nur ungefähr sehen wie es früher ausgesehen haben musste.
Zunächst wurde uns ein bisschen was über das KZ früher erklärt, bevor wir uns selber im Raum umsehen durften.
In diesem Raum befand sich eins der schmalen Betten mit drei Etagen. Dazu wurde uns erklärt, dass die Häftlinge dort teilweise zu dritt drin geschlafen haben – pro Liegefläche, d.h. 9 Leute in einem schmalen Bett! Das war für mich und einige andere unvorstellbar.
Außerdem konnte man sehen was für Arbeiten die Häftlinge verrichten mussten, z.B. Bombenentschärfung, Ziegel und Waffen herstellen oder einen Seitenarm der Elbe mit der Schaufel begradigen. Natürlich gab es auch noch mehr Zwangsarbeiten, die ich an dieser Stelle wegen unserer jungen Leser nicht erwähnen möchte.
Noch dazu konnte man ein paar Zeichnungen sehen, die die Häftlinge während der Haft und in der Nachkriegszeit gezeichnet haben.
Im nächsten Raum gab es Biographien von ein paar Häftlingen, wo drin stand, warum sie überhaupt ins KZ gekommen waren. Zum Beispiel: weil sie gegen die Nazis aktiv waren, weil sie Juden waren oder schlicht auf „Swing-Musik“ aus Amerika standen, weil sie homosexuell waren und manchmal auch weil sie Verbrechen begangen hatten.
Danach hatten wir zwanzig Minuten Pause, bevor es dann nach draußen auf den Apellplatz ging. Dort mussten die Häftlinge jeden Abend und Morgen antreten. Dort fand jeden Tag die Vollstreckung der Urteile statt.
Dann ging es zu einem Platz, wo sich früher einmal Arrestzellen befunden haben.
Dort wurden die Häftlinge die ihre Arbeit nicht gemacht hatten eingesperrt, teilweise ohne Licht und Essen.
Später hatten sie diese Arrestzellen dann zu einer Gaskammer umgebaut.
Der nächste Platz, den wir besuchten, war der, wo früher die Leichen verbrannt wurden. Die Asche wurde dann einfach irgendwo hingestreut.

Der nächste Stopp war das ehemalige Garagengebäude der SS. Dort hatte die SS eigentlich alle Fahrzeuge stehen, die sie benutzt hatten.

Als nächstes ging es zu der alten Klinkerwerk, wo die Häftlinge in einem schlammigen Loch nach Ton und Lehm graben mussten. Das alles wurde auf eine Lore geladen und die Häftlinge mussten die schwere Lore von Hand zu der Ziegelei schieben.

Dann ging es weiter zu einem Nebenarm der Elbe. Dieser Arm war früher bloß ein paar Meter breit gewesen, aber die Häftlinge mussten den Arm auf 50m Breite und 5km Länge vergrößern, da die SS mit Schiffen Handel betreiben wollte.
1500 Häftlinge haben zweieinhalb Jahre gebraucht um das fertig zu stellen.
Die vorletzte Station war dann das ehemalige Klinkerwerk in dem früher Ziegel gebrannt wurden und deshalb ganz viel mit Öfen gearbeitet wurde, so dass es meist über 40 Grad heiß war.

Die letzte und auch die traurigste Station war das Mahnmal. Daneben befand sich ein Gebäude mit den original Totenbüchern. Dort stand drin, welcher Häftling wann starb und wie er gestorben war. Die Häftlinge, die diese Dokumente vernichten sollten, konnten einige dieser Totenbücher verstecken, sodass ungefährt die Hälfte der Opfer namentlich bekannt sind.
In dem Gebäude standen ebenfalls die Namen der Toten an Pergamentrollen, die an der Wand hingen…
Da endete dann auch unser Besuch.

Meine Meinung:
Ich persönlich war wütend, aber auch traurig als ich vom Gelände des KZ’s ging.
Wütend, weil so viele Menschen auf so brutale Weise sterben mussten und traurig darüber, dass überhaupt Menschen sterben mussten, die eine andere Glaubensrichtung hatten, oder die homosexuell waren.
Am schlimmsten fand ich die ehemaligen Arrestzellen, weil diese Zellen erstens sehr klein waren und zweitens dort bis zu acht Menschen drin standen. Am allerschlimmsten fand ich, dass sie das alles zu einer Gaskammer umgebaut haben, in denen die Menschen auf grausame Art und Weise sterben mussten.
Die ganze Atmosphäre war traurig und bedrückend. Ich wollte da irgendwann einfach nur noch raus, weil ich es so schlimm fand, was da alles passiert ist.
Das alles hat mich auch noch etwas länger beschäftigt.

Lea Lietzow (9d), Fotos Öz

Aktualisiert am 2. September 2017
Kategorie Allgemein