UNESCO-Vorhabentage – Betriebsbesichtigung bei Möbel Höffner

DSCN0117Im Rahmen der UNESCO-Vorhabentage nutzte die 9d die Gelegenheit, um bei Möbel Höffner am 2. Mai nicht nur bei einer Betriebsbesichtigung eines der größten Hochregallager Deutschlands aus der Nähe kennen zu lernen, sondern auch, um im Gespräch mit dem Ausbilder Herrn Buutz mehr über die Arbeitsbedingungen vor Ort und in den Zulieferbetrieben zu erfahren.

Möbel-Höffner gehört zu den größten Möbelhäusern in Deutschland und bietet nicht nur Möbel für jeden Geschmack sondern auch zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten für alle Formen des Schulabschlusses. Ab und zu gelingt es auch einem Schüler ohne Schulabschluss einen Ausbildungsplatz zu erhalten, wenn er zuvor in einem Praktikum bewiesen hat, dass er dort arbeiten will und zuverlässig, freundlich und pünktlich ist. „Jemand der zwar gute Noten hat, aber hier nicht arbeiten will oder zwei linke Hände hat, können wir hier nicht brauchen!“, erklärte Herr Buutz den Schülern. Noch habe man sieben freie Ausbildungsplätze für den Sommer 2017, auf den sich interessierte Schülerinnen und Schüler bewerben können. Am Standort Barsbüttel würde vor allem noch Nachwuchs für den Beruf als „Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice“ gesucht. Aber auch kaufmännische Berufe und andere Handwerksberufe wie z.B. die Ausbildung als Tischler stehen den Schülern mit einem Ersten Allgemeinbildendem oder Mittlerem Schulabschluss offen.

Die Schüler interessierten sich besonders für die Arbeitsbedingungen während und nach der Ausbildung. Wann geht das hier los? Wie viele Stunden muss man täglich arbeiten? Gibt es nur den Mindestlohn? An welche Berufsschule muss man fahren? Wie viele Berufsschultage gibt es? Und wie sieht es mit der Mitbestimmung durch den Betriebsrat aus?
Geduldig und ausführlich wurden alle Fragen beantwortet. Überraschend war für die Schüler die Information, dass die richtig guten Auszubildenden auch mal zur Belohnung zu einer Reise eingeladen werden oder auf Firmenkosten ihren Führerschein machen können.

Bei allem Interesse für die eigenen Ausbildungsmöglichkeiten, zeigten sich die Neuntklässler aber auch an den Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben interessiert: Woher kommen die Möbel? Warum werden die Sachen nicht in Deutschland hergestellt?
Herr Buutz erklärte den Schülern, dass das hauptsächlich an den niedrigeren Lohnkosten in Osteuropa liegt. Deshalb gäbe es auch an den 300 LKW-Laderampen auch immer wieder ausländische Lastwagen. Für die Fahrer gibt es dann die wichtigsten Hinweise u.a. auch auf Polnisch oder in anderen Sprachen.
Wie es dann mit den Waren weitergeht, konnten die Schüler an den Laderampen und im Hochregallager besichtigen. Hier werden die Waren in scheppernden Metallwagen-Kolonnen von kleinen Elektroautos zu den LKW gezogen. Am liebsten wären die Schüler auch mal mit so einem kleinen Flitzer durch die endlosen Gänge gesaust. Im Zentrallager in Barsbüttel beginnt dann für die Möbel das letzte Stück ihrer Reise, denn von hier aus wird von Sylt bis Rügen ganz Norddeutschland mit den Möbeln aus aller Welt versorgt. Und so endet dieser Teil der Globalisierung in unseren Küchen, Wohn, Schlaf – oder Kinderzimmern.

Für die Schüler endete ein spannender und interessanter Vormittag mit vielen Eindrücken und Informationen, die man nicht halb so anschaulich im regulären Unterricht vermitteln kann.

Durmis Özen
Klassenlehrer der 9d

Aktualisiert am 4. Mai 2017
Kategorie Allgemein