Kein Schwarz- Weiß- Denken: Luisa Nativi am Heimgarten

Luisa Nativi, Häuptlingstochter der Karamajong aus Uganda und Autorin vieler wunderbarer Bücher, hat am Freitag, 5.2.2016 die UNESCO- AG und die DAZ4- Klasse der Gemeinschaftsschule am Heimgarten besucht, aus ihrem abenteuerlichen Leben erzählt und ihre neuen Bücher vorgestellt.

Luisa Nativi und Zilan Zilan aus der UNESCO- AG konnte sich zuvor ausgiebig mit Luisa unterhalten und feststellen, dass beide etwas sehr Wichtiges verbindet: Die Sorge um Zugang zu sauberem Wasser in Ländern der dritten Welt. Beide werden künftig zusammenarbeiten, z.B. über das Projekt Viva con Agua. Das ist typisch für UNESCO- Projektschulen: Erwachsene und Jugendliche arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Schülerpartizipation wird gelebt. Die Projekte, die aus der Freundschaft der beiden entstehen, werden vielleicht mit Hilfe der UNESCO- AG und der Schülervertretung und Lehrerschaft dem ländlichen Uganda ebenso helfen wie der Völkerverständigung.

Der UNESCO- Ansatz der Kooperation auf Augenhöhe macht es einfach, miteinander ins Gespräch zu kommen. So antwortet Luisa auf die Frage, ob man sie eine “Schwarze” nennen dürfe: “Natürlich! Ihr seid doch auch Weiße. “Colored” wäre eine Beleidigung.”Luisa Nativi mit DAZ- Schülerinnen
Einem Jungen, der bei einer ihrer Lesungen fragte, ob er die Stelle mal sehen könne, wo ihr als Sechsjähriger eine Hyäne ein Steak aus dem Oberschenkel gebissen habe, entgegnete sie: “In Uganda musst du mich dann aber heiraten, wenn ich dir diese Stelle gezeigt habe.”
Spannend ist die Geschichte, wie sie knapp darum herumgekommen ist, die zehnte Frau des Dikators Idi Amin zu werden. Und noch spannender, wie ihr Bruder das Land ihrer Vorfahren, den einzigen Wildpark der Welt in schwarzer Hand, bei einer Verlosung in London zurückgewonnen hat.

Luisa stellte am Freitag ihr neues Bilderbuch von einem kleinen Zebra vor, das nach einem Gang über den Regenbogen bunt gefärbt zu seiner Herde zurückkehrt und als Außenseiter abgelehnt wird.. Nach einiger Zeit, in der die Herde sieht, dass Angreifer, sogar Löwen, vor dem bunten Zebra reißaus nehmen, wird es als wertvolles Mitglied der Gemeinschaft wieder integriert.
Den Schülern gibt sie mit: “Ihr seid Ausländer in Deutschland, genau wie ich es war. Und ihr könnt wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sein, hier in Deutschland und in eurem Herkunftsland.”
Luisa Nativi hat mit dem Verein Zebracrossing e.V. einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen, ökologischen Aufbau des nördlichen Uganda geleistet und bietet den Deutschen immer wieder spannende Einblicke in eine ganz andere, sehr bunte Welt.

Danke, Luisa!

Aktualisiert am 5. Juli 2016
Kategorie Allgemein