Achtklässler helfen Schülern in Gaza

Gaza- Aktion in der Spitalerstraße

Im August beschlossen die Schülerinnen und der Schüler des Wahlpflichtkurses Verbraucher, als Projektaufgabe den Kindern im Gaza- Streifen zu helfen. Als sich unsere Schüler in das Thema einarbeiteten, fielen dort Granaten auf Schulen und Wohnhäuser und viele Kinder verloren ihren Tagesrhythmus.

Die Lebensmittelversorgung verschlechterte sich immer mehr. Auch jetzt noch hungern Kinder in Gaza und viele leben in Trümmern. Die meisten der Tunnel, durch die die Palästinenser versorgt worden waren, sind (zum Glück für Israels Sicherheit) zerstört und es verbleibt aktuell ein einziger Tunnel, den israelische Soldaten kontrollieren und durch den Waren in den Gazastreifen gelangen. Eine katholische Schwester reist wöchentlich durch diesen Tunnel und übergibt auf der anderen Seite Waren an eine Sozialarbeiterin, die mehrere Schulen betreut.

Die Teilnehmer unseres Kurses haben sich entschlossen, der Organisation al omri, die beide Frauen unterstützt, den Betrag zu spenden, der eine ganze Schule für einen Monat mit Lebensmitteln versorgt, sodass alle 290 Schüler sechsmal wöchentlich dort eine warme Mahlzeit erhalten können. Auf diese Weise verhindern sie auch, dass die Familien ihre Kinder zu Hilfsarbeiten schicken anstatt zur Schule. Behinderte Kinder haben durch al omri Rollstühle und andere Hilfsmittel erhalten. Brahmsee- Workshop Gaza

Helfen zu wollen ist eine edle Entscheidung des Wahlpflichtkurses, aber ganz so einfach haben wir Lehrer es ihnen nicht gemacht: Da es Aufgabe des Kurses war, die Projektmethode an einem selbst gewählten UNESCO- Thema zu erlernen und anzuwenden, mussten die Spender im November am Brahmsee einen mehrtägigen Workshop für andere UNESCO- Schüler leiten, diese überzeugen bei der Aktion mitzuhelfen und sie dabei beraten, wie deren schuleigene Aktionen aussehen könnten. Natürlich hatten sie zuvor selbst ein Auto von einer Verleihfirma organisieren müssen, um überhaupt an den Brahmsee zu kommen. Unsere Schüler gründeten auf dem Workshop eine Facebook- Gruppe für ihre Aktion und organisierten die neu gebildete kleine Landesgruppe selbst.

Für die eigene Aktion in der Spitalerstraße- den Ort hatten sie natürlich selbst gewählt, ebenso die Form der Aktion- bereiteten unsere Schüler einen Informationsstand vor, entwarfen eigene Flyer und Informationsmaterialien und baten die eigene Schülerschaft um Kuchenspenden für den großen Aktionstag. Natürlich merkten sie spät, dass sie für die Standbetreibung eine Genehmigung vom Bezirksamt Hamburg- Mitte brauchen. Dort anzurufen, nach den Bedingungen für eine Genehmigung zu fragen und diese anschließend formgerecht zu beantragen, gehörte natürlich zum Kurs.P1020109-1

Während der zwei Stunden in der Spitalerstraße herrschte Beratungsstress bei den Mädchen, denn sie wurden pausenlos von so vielen Passanten benötigt, dass sie sich in Zweiergruppen um den Stand verteilten. Innerhalb dieser kurzen Zeit landeten 194,50€ in der Gaza- Kasse, elf mehr als angestrebt!

Mit einem heißen Getränk belohnten sie sich für den Fleiß in großer Kälte. Für den Kuchenrest, den sie anschließend im Lehrerzimmer aufstellten, landeten noch einmal 9.23€ in der Kasse.

Das Ehepaar Berthold von der Organisation al omri hat die Spende von 210€ bereits erhalten und dankt im Namen der Kinder.

Aktualisiert am 20. April 2015
Kategorie Allgemein