Schulzentrum Am Heimgarten feiert “20-40-700″

20 Jahre Arbeit im deutschen UNESCO-Projektschulnetz – 40 Jahre Schulen am Heimgarten – 700 Jahre Ahrensburg

Seit ihrem Bestehen haben die frühere Haupt- und die Realschule und jetzige Gemeinschaftsschule sowie das Gymnasium am Heimgarten sich mit Hilfe der ihr angegliederten Offenen Ganztagesschule, dem DAZ- Zentrum (DAZ: Deutsch als Zweitsprache) und den Kollegen der Förderschule den wandelnden Zeiten und Schülerschaften nicht nur angepasst, sondern die oft multikulturelle Gesellschaft am Heimgarten als kleine globale Welt umarmt und die Vielfalt gefördert. Trotz allen Wandels zeugen die runden Geburtstage von UNESCO und den Institutionen der Heimgartenschulen von Beständigkeit.

Highlight am Freitag

Highlight am Freitag

Mit dem Beschluss im August 2013, dass  dieses Mehrfachjubiläum gebührend gefeiert werden müsste, erstellten die UNESCO-AG und die Erwachsenengruppe mit den Schulleitern den mehrtägigen Rahmen, der ab Februar von einer Gruppe ausgestaltet wurde, die unterschiedlicher nicht sein kann: Die engagierten Schulleiter Gerd Burmeister und Heiner Bock wurden im Brainstorming befeuert von Fünft- bis Neuntklässlern, die nur ungern auf den übermannshohen Schokobrunnen und den Kissenschlacht- Flashmob verzichteten zugunsten des nun erfolgreich abgelaufenen Programms:

Ein kleiner Festakt im Sommerkonzert des Gymnasiums am Heimgarten leitete am 4.6.2014 die Feier ein mit den Reden der beiden Schulleiter Burmeister und Bock, den guten Wünschen Bürgermeister Sarachs, der den Termin gern wahrnahm, um seine Verbundenheit mit dem Heimgarten zu zeigen, und Bärbel Maitin, der langjährigen UNESCO-Regionalkoordinatorin, deren Idee es 1994 war, nach dem Anschlag auf ein Asylbewerberheim in Rostock alle drei Schulen am Heimgarten auf den mehrjährigen Weg in das Friedensnetzwerk zu bringen. Damals wollten die Schulen unbedingt ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit setzen.

Wie gut ihnen dies gelungen ist, zeigten sie am Donnerstag, dem 5.6.2014, der ganz unter dem Netzwerkmotto „Welterbe Erde – Mach’ dich stark für Vielfalt!“ stand. Er wurde UNESCO-typisch als Workshop- und Projekttag begangen. 1269 Schülerinnen und Schüler besuchten in 60 Klassenverbänden 120 neunzigminütige Workshops, darunter elf von Schülern der UNESCO-AG und des gleichnamigen WPU entworfene, die sich jeweils mit einer Lehrkraft zusammengetan hatten, um ihr Programm an die jeweilige Klasse anzupassen.

Hier sei auf nur ein paar der Workshops hingewiesen: Eine syrische Sechtklässlerin schilderte den Klassenkameradinnen ihren Weg über das Auffanglager bis nach Ahrensburg und brachte die Teilnehmer dazu, sich für eine Kleider- und Spielzeugspende zu engagieren. Siebtklässlerinnen luden die Leiterin des Tierheims Großhansdorf, Frau Monika Ehlers, samt Hund ein, um über die Tötungsstationen auf Zypern aufzuklären.

Die DAZ-Klassen recherchierten in der Stadtbücherei und im Auswanderungsmuseum über die zweite Heimat Deutschland, Siebtklässler spielten Sportspiele der Welt, Achtklässler engagierten sich integrativ wie im Film für „ziemlich beste Freunde“ oder kochten wie Neuntklässler interkulturell oder lokal. Für die Workshops zu Welt-Erbestätten hatten die Schülerteams die Stätten in Dresden, Lübeck, Berlin, Paris, Amsterdam und die Speicherstadt extra vorher besucht, um die Teilnehmer im Porzellanmalen, Modellbau oder per selbst erstellter Videorallye zu bilden. Der Welterbe-Tango-Workshop der Achtklässlerinnen glänzte mit einem echten Tanzkurs, argentinischem Essen, einem selbst gedrehten Film samt Quiz und einer Mal-Aktion. Vom Schulgarten bis zur Gentechnik wurde kein UNESCO- Thema ausgelassen. Etliche Kollegen konnten sich endlich einmal Zeit nehmen für offene, schülerorientierte, aber sonst oft zu langwierige Projekte und waren sehr zufrieden über so viel Schülernähe.

Der indische Autor Anant Kumar las aus seinen Werken, während Gäste aus dem Senegal und Ghana mit Schülern auf Djemben spielten oder afrikanische Zöpfchen in meist blonde Schülerinnensträhnen flochten. Gäste aus dem Schleswig-Holsteinischen UNESCO-Projetschulnetzwerk, angeführt von der UNESCO- Regionalkoordinatorin Ute Grönwoldt, die an diesem Tag mit Achim Kessler-Binder vom Verein Copilul die Eröffnungsreden gehalten hatte, wanderten durch die Workshops und freuten sich an der Vielfalt und dem Engagement von Schülern und Lehrern. Der Abend endete mit einer kleinen Schülerdisco der Unterstufen. Mit dem Freitag begannen dann die lang geplanten Exkursionen – 60 Klassen machten sich auf den Weg.

Reiseziele waren z.B. Lübeck, die Haustierarche Warder, diverse Orte in Hamburg, der Erdbeerhof in Delingsdorf, das eigens gemietete Kino “Koralle” und die Ausstellung „700 Jahre Ahrensburg“ im Marstall.

Schulleiter Karl Heinz Bock in Mitten der Jubilare

Schulleiter Karl Heinz Bock in Mitten der Jubilare

Der wirkliche Blickfang fand allerdings um ein Uhr wieder auf dem Schulgelände statt: 80 rote Heliumballons wurden auf das Signal Heiner Bocks hin um 14 Uhr in den sonnigen Ahrensburger Himmel Richtung Südost entlassen - eine Aktion, an die sich die Teilnehmer sicher später erinnern werden!

Aktualisiert am 20. April 2015
Kategorie Allgemein